§ 41c Nacherhebung Lohnsteuer

§ 41c Nacherhebung Lohnsteuer

Zur Nacherhebung von Lohnsteuer gibt es seit kurzem neue Regelungen, die in § 41c EStG festgehalten worden sind.

Zu einer Nacherhebung von Lohnsteuer kann es z.B. in den folgenden Fällen kommen:

  • Es erfolgt eine rückwirkende Änderung von ‚Hauptarbeitgeber‘ in ‚Nebenarbeitgeber‘.
  • Es erfolgt eine rückwirkende Änderung der Steuerklasse von z.B. Steuerklasse 3 nach Steuerklasse 1.
  • Es erfolgt die Besteuerung von rückwirkend erfassten Sachbezügen nach einem Austritt.

Bei einer Nacherhebung von Lohnsteuer erfolgte bisher im Standard eine Verrechnung des Nachforderungsbetrags mit dem Barlohn, d.h. dem Auszahlungsbetrag gegebenenfalls abzüglich Kindergeld, im aktuellen Monat. Falls der Barlohn zur Verrechnung nicht ausreichte, erfolgt die Bildung einer Forderung und die Verrechnung mit dem Barlohn der Folgeperioden.

Nun sagt das Gesetz folgendes aus: Die Nacherhebung von Lohnsteuer ist gemäß § 41c EStG nur bis zu einer Höhe des Barlohns der aktuellen Abrechnungsperiode zulässig. Das Bilden einer Forderung und eine Verrechnung mit dem Barlohn von zukünftigen Abrechnungsperioden ist nicht zulässig. Der Barlohn ist hierbei der Überweisungsbetrag gegebenenfalls nach Abzug des auszuzahlenden Kindergeldes.

Zur Umsetzung der oben beschriebenen Anforderung wurde von SAP eine Erweiterung der Standardfunktionalität ausgeliefert. Hierdurch besteht nun die Möglichkeit, die relevanten Fälle durch eine neue Prüfung innerhalb der Abrechnung zu ermitteln. Die Begrenzung der nacherhobenen Lohnsteuer kann dann über die Erfassung von Korrekturlohnarten erfolgen.

Vorgehensweise:

  • Im Falle einer Forderung aufgrund von Steuernachforderungen in Rückrechnungsperioden erfolgt eine Warnmeldung im Abrechnungsprotokoll
  • Für diese Fälle prüft der Sachbearbeiter, ob bei dieser Nachforderung ein Fall gemäß § 41c EStG vorliegt. Zur Korrektur werden die Korrekturlohnarten für die laufenden, sonstigen oder mehrjährigen Steuern mit den Korrekturbeträgen im Infotyp 0014 oder 0015 erfasst.
  • Durch die Korrekturlohnarten werden innerhalb der Abrechnung die Beträge der berechneten Steuer-Standardlohnarten reduziert. In den Folgeauswertungen wie z.B. Lohnsteueranmeldung, Lohnsteuerbescheinigung, Lohnkonto und Entgeltnachweis werden dadurch diese Korrekturen automatisch berücksichtigt.
  • Die Anzeige über nicht durchgeführten Lohnsteuerabzug an das Betriebsstättenfinanzamt ist durch den Sachbearbeiter z.B. durch den amtlichen Vordruck anhand der in das Abrechnungsergebnis abgestellten Korrekturlohnarten zu erstellen.
  • Da die Anzeige an das Betriebsstättenfinanzamt nicht storniert werden kann, können die Korrekturen der Lohnsteuer nach Abschluss der Abrechnung nicht wieder storniert werden. Dies wird innerhalb weiterer Rückrechnungen geprüft. Wird eine Differenz festgestellt, erfolgt eine Fehlermeldung im Abrechnungsprotokoll.

Wenn diese Funktionalität aktiviert ist, sollten zur Eingabe der Korrekturbeträge die folgenden Lohnarten vorhanden sein: „Korrektur Steuern lfd 41c“ / „Korrektur Steuern sonstig“ / „Korrektur Steuern mehrj.“.

Als Vorschlag für eine Korrektur wird der Betrag der Forderung anteilig anhand des Verhältnisses der einzelnen Steuernachforderung zur gesamten Steuernachforderung auf alle Rückrechnungszeiträume verteilt. Die einzelnen Korrekturvorschläge können im Abrechnungsprotokoll eingesehen werden.

Dem § 41c sollte unbeding ab sofort Beachtung geschenkt werden, damit es zu keine unnötigen Ausweinandersetzungen mit den Mitarbeitern kommt.

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