Betriebsrentenförderung Nutzung § 100

Betriebsrentenförderung Nutzung § 100

Betriebsrentenförderung unter Nutzung des § 100 gewähren, ist das schon bei Ihnen umgesetzt?

Das neue Fördermodell für Geringverdiener, was seit Anfang 2018 besteht, wird oftmals aus Unkenntnis nicht genutzt.

Die größte Frage ist, wen das denn eigentlich betreffen könnte? Hier eine Übersicht, möglicher Fälle und Konstellationen:

Der Vergleich ob ein neue AG-Zulage zusätzlich zu den Beträgen in 2016 vorliegt umfasst u.a. folgende Fälle:
> es gab eine Erhöhung in 2017 (z.B. durch Teilzeiterhöhung)

> MA ist erst ab 01.01.2017 eingetreten

> MA tritt ab 01.01.2018 ein, also alle Neueintritte bis heute

> MA hat ab 01.01.2017 überhaupt erst die Zulagen des AG wahrgenommen

> Auch wenn die AG-Zulagen heute 480,00 Euro übersteigen, allerdings vorher darunter gelegen haben, ist eine Förderung möglich

> MA verdient 2300,00 Euro und macht 100,00 Euro AVMG-Anlage. Dann gilt sein Gehalt als 2200,00 Euro und er ist förderfähig.

Also muss nicht unbedingt eine neue Erhöhung, die generell gilt, vorliegen!

Und da haben wahrscheinlich die meisten Unternehmen eine Reihe von Fällen, so dass sich die Inanspruchnahme von §100 doch lohnen würde.

Hier noch mal die grundsätzlichen Regelungen zum § 100:

Wenn folgende Bedingungen erfüllt sind, sind die Arbeitgeberzuschüsse förderfähig:

o   Der Arbeitgeber zahlt zusätzlich zum Arbeitslohn Zuschüsse zu einem Pensionsfonds, einer Pensionskasse oder Direktversicherung von jährlich mindestens 240 Euro.

o   Die Zuschüsse werden zusätzlich zu den bereits 2016 gezahlten Zuschüssen gezahlt. Maximal sind 480 Euro jährlich förderfähig.

o   Das Anlageinstitut zahlt die Leistung als Rente oder über einen Auszahlungsplan aus.

o   Der Vertrag ist nicht gezillmert. (Die Abschlusskosten werden nicht in den ersten Jahren komplett, sondern auf die gesamte Laufzeit verteilt abgezahlt)

o   Der Arbeitnehmer hat ein erstes Dienstverhältnis beim Arbeitgeber (Steuerklasse 1-5 oder Festlegung durch den Arbeitnehmer bei pauschaler Steuerberechnung).

o   Der laufende Arbeitslohn beträgt nicht mehr als 2.200 Euro monatlich (unabhängig von der Arbeitszeit, also u.a. auch Teilzeitkräfte, Minijobber und bei Arbeitszeitreduzierung).

Der BAV-Förderbetrag beträgt 30 % vom Arbeitgeberzuschuss (also zwischen 72 und 144 Euro pro Jahr). Die Differenz zu den Zuschüssen des Arbeitgebers an einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder für eine Direktversicherung aus 2016 begrenzt den BAV-Förderbeitrag für den Mitarbeiter. Der Arbeitgeber behält den Förderbetrag bei der Lohnsteueranmeldung ein. Er meldet aber den BAV-Förderbetrag sowie die Anzahl der Mitarbeiter mit BAV-Förderbetrag.

Der Arbeitgeberbeitrag ist in diesen Fällen steuer- und sozialversicherungsfrei:

–          steuerfrei zusätzlich zu den 8% der BBG RV West gem. § 3 Nr.63 EStG

–          sozialversicherungsfrei: im Kontingent der 4% der BBG RV West enthalten

Für die Prüfung der Voraussetzungen ist der Zeitpunkt der Zahlung maßgeblich, rückwirkende Änderungen haben keinen Einfluss auf die Förderung nach § 100 EStG. Ändern sich unerwartet die Voraussetzungen, bleibt der BAV-Förderbetrag erhalten (z.B. rückwirkende Gehaltserhöhung).

Zuschüsse, die der Arbeitgeber aufgrund gesparter Beiträge zur Sozialversicherung zahlt, sind nicht förderfähig nach § 100 EStG.

Alle Angaben hier sind ohne Gewähr, da die Regelungen natürlich immer weiter interpretiert und fortgeschrieben werden.

Aber es lohnt sich sicherlich mal die eigene Mitarbeiterschaft zu prüfen, wie viele Fälle vorliegen.

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